10 Kennzeichen einer guten Groomerschule

Übung macht den Meister - auch beim Groomernachwuchs
Übung macht den Meister – auch beim Groomernachwuchs

Wer sich für den Beruf des Hundefriseurs entscheidet, sollte großen Wert auf eine optimale Ausbildung legen. Sie ist das Fundament für eine erfolgreiche Karriere als selbstständiger Groomer. Sparsamkeit an dieser Stelle wäre die denkbar schlechteste Entscheidung. Damit soll aber nicht angedeutet werden, dass die besten Hundefriseur-Schulen gleichzeitig auch die teuersten sind.

Doch woran erkennt man eine gute Schule für die Ausbildung zum Hundefriseur? Die folgenden acht Kennzeichen möchten wir Ihnen für den Auswahlprozess ans Herz legen.

1. Transparentes Ausbildungsangebot

Bereits im Angebot wird Ihnen klipp und klar dargelegt, welche Inhalte Ihre Ausbildung umfasst und welche Kosten auf Sie zukommen. Lassen Sie sich den praktischen und theoretischen Teil detailliert erklären. Oft wird eine Grundausbildung angeboten, die später durch weitere Module und Kurse ergänzt werden kann. Diesbezüglich hat jede Hundefriseurschule ihr eigenes System. Die Ausbildung ist nicht staatlich reglementiert, umso wichtiger ist ein transparentes Angebot. Wer in seinen Angaben nebulös bleibt, hat entweder kein klares Konzept oder etwas zu verbergen, zum Beispiel einen viel zu geringen Anteil praktischer Arbeit.

2. Einheit aus Therorie und Praxis

Eine gute Groomerschule untergliedert ihre Ausbildung in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Natürlich sollte beides während der praktischen Arbeit miteinander verbunden werden. So lässt sich beim Erlernen des Terrier-Trimmens zum Beispiel gleich testen, ob man die Anatomie der Rasse verinnerlicht hat und das Tier zu seinem Vorteil herausbringen wird.

3. Theorie in Hundepflege und Geschäftsführung

Im theoretischen Teil lernen Sie die Grundlagen der Hundepflege-Techniken und Frisuren. Ihr Ausbilder wird Ihnen Anatomiekenntnisse zu wichtigen Rassen vermitteln. Sie erfahren einiges über die Gesunderhaltung von Hunden, über die richtigen Werkzeuge, Hilfsmittel und über Hygiene im Salon. Besonders ausgereifte Kurse vermitteln zusätzlich Wissenswertes über Kalkulation, Geschäftsführung und Marketing, denn ein guter Hundefriseur muss noch lange nicht geschäftlich erfolgreich sein. Auch das Geschäftliche und den Umgang mit Kunden muss man lernen. Von einigen Groomerschulen werden Sie auch nützliche Tipps zur Erstellung eines Businessplanes erhalten.

4. Umfangreicher praktischer Teil

Es geht nichts über zahlreiche Übungsmöglichkeiten. Dürfen Sie nach und nach Modell- oder Kundenhunde selbst schneiden, trimmen oder ihre Krallen und Ohren pflegen? Oder beschränkt sich der praktische Teil aufs Zusehen? Anschauen ist gut, genügt aber keinesfalls. Sie müssen üben und zwar möglichst oft und an verschiedenen Rassen. Fragen Sie vorab, welchen Anteil Ihre eigenen praktischen Übungen an der Ausbildung haben werden. Problematisch kann auch eine zu große Anzahl an gleichzeitigen Groomer-Schülern sein, wenn nicht genügend Hunde zur Übung zur Verfügung stehen. Sofern genügend Hunde vorhanden sind, stellen auch mehrere Schüler kein Problem dar.

5. Gutes Ausbildungsmaterial

Die Vermittlung der notwendigen theoretischen Kenntnisse kann als Frontalunterricht, als Online-Kurs, per E-Book bzw. durch gedrucktes Material erfolgen. Die Art und Weise spielt keine große Rolle, sollte Ihnen aber liegen. Wer nie mit dem PC arbeitet, wird mit einem Online-Kurs Schwierigkeiten haben. PC-Freaks wiederum freuen sich, die Theorie via Internet im heimischen Wohnzimmer erlernen zu können. Wichtig ist, dass fundiertes Ausbildungsmaterial zur Verfügung gestellt wird, auf das Sie auch später zurückgreifen können. Neue Sachverhalte lernen wir nicht durch einmaliges Zuhören, sondern durch Wiederholung und Anwendung. Daher ist es wichtig, dass Ihnen Ihr Ausbilder gutes Material zur Verfügung stellt.

6. Liebevoller und professioneller Umgang mit den Hunden

Ein guter Groomer-Ausbilder zeichnet sich durch gelebte Tierliebe aus. Ein liebevoller Umgang mit den vierbeinigen Pfleglingen sollte Normalität sein. Im Ideallfall kann der angehende Hundefriseur von seinem Meister oder seiner Meisterin lernen, welche Hunde-Charaktere es gibt und wir weit das Verhalten des Tieres von seinem Besitzer abhängt. Brutalität hat im Salon keinen Platz. Dennoch sollten Sie als Anfänger von Ihrem Ausbilder lernen können, wie man auch mit schwierigen Hunden zum Erfolg kommt, indem man sie artgerecht und konsequent behandelt.

7. Freundlicher und höflicher Kundenkontakt

Der freundliche Umgang mit Kunden ist beim Ausbilder genauso wichtig, wie eine ausgeprägte Liebe zu Hunden. Von einem serviceorientierten Hundefriseur können Anfänger viel für den Umgang mit den späteren eigenen Kunden lernen.

8. Reputation

Ihr Groomer-Ausbilder hat einen sehr guten Ruf bei seinen Salonkunden? Diese sind zufrieden und reservieren gleich den nächsten Termin? Bestens, dann können Sie darauf vertrauen, eine versierte Fachkraft gefunden zu haben. Darüber hinaus werden Ihnen Referenz-Schüler wahrscheinlich Auskunft darüber geben, ob die Ausbildung zum Hundefriseur ihren Erwartungen entsprach.

9.  Trendsetter gefragt

Jahrelange Erfahrung im Hundesalon macht noch keinen guten Lehrmeister. Mann kann auch jahrelang mittelmäßig arbeiten und damit Erfahrungen sammeln. Ebenso verhängnisvoll wirken Ausbilder, die in ihren Ansichten festgefahrenen sind, sich nicht weiterbilden und alle neuen Trends verpassen. Natürlich muss man nicht jeder Modeerscheinung folgen, aber die neusten Schur,- Trimm- und Schnitttechniken sollten  zum Repertoire Ihres Groomerprofis gehören. Ebenso sollten sich seine Werkzeuge und Pflegemittel auf dem neusten Stand befinden. Kunden wollen beraten und mit zeitgemäßen Angeboten, wie zum Beispiel Zahnpflege für den Hund, versorgt werden.

10. Gute Kosten-Nutzenrelation

Die Groomerausbildung ist für Ihren Ausbilder eine aufwändige Angelegenheit. Das Lehrmaterial muss für jeden Kurs auf den neusten Stand gebracht werden. Übungshunde sind zu organisieren und geeignete Räumlichkeiten zu mieten oder anzuschaffen. Neben dem Ausbildungsbetrieb muss der Hundefriseur seine normalen Salonkunden etwas zurückstellen. Er kann, solange er sich mit Ihnen beschäftigt, nicht so viele Termine vergeben. Das Zurechtmachen der Hunde mit Hilfe von Schülern dauert länger, sodass auch von den Kunden mehr Geduld gefragt ist. Das alles macht Ihr Ausbilder gern, sofern er von Ihnen am Ende eine adäquate Bezahlung für die Ausbildung erhält. Konkrete Preise lassen sich kaum nennen, da sich die Angebote unterscheiden. Dennoch wird Ihnen jetzt klar sein, dass gute Ausbildung Geld kosten muss. Mit einem auffallend günstigen Angebot wird man meist eine schlechte Wahl treffen. Wer im Vergleich zur Konkurrenz zu billig ist, hat oft auch ein „knappes“ Angebot. Auf der anderen Seite ist für Geschäftsgründer Sparsamkeit angesagt. Auf Wucherpreise muss man ebenfalls nicht eingehen. Prüfen und vor allem vergleichen Sie gründlich. Dann finden Sie auch die passende Groomerschule für sich. Die Entfernung sollte dabei ebenso wenig ein Maßstab sein wie der Preis.

 

© Foto: Aksakalko | Dreamstime.comJack Russell Terrier Getting His Hair Cut Photo